Das Handwerk

Esokinetik

Was das ist, und was nicht

Verstehen

Die Esokinetik ist keine Methode. Sie ist ein Wirkprinzip. Der Unterschied ist wichtig, denn die Szene, in der sie sich bewegt, lebt davon, laufend neue Methoden zu erfinden, zu benennen und zu verkaufen. Das ist deren gutes Recht, und niemand wird davon abgehalten. Die Esokinetik gehört trotzdem nicht dazu. Sie beschreibt etwas, das ohnehin wirkt, unabhängig davon, ob man es erkannt hat oder nicht. Wer nach ihr arbeitet, erfindet nichts, sondern richtet sich nach etwas aus, das schon da ist.

Deshalb gibt es keine „esokinetische Behandlung“, die man wie eine Therapiesitzung bucht. Was ich tue, wenn ich mit einem Menschen arbeite, hat in diesem Sinne keinen Namen. Es folgt einem Prinzip, aber es ist nicht das Prinzip.

Den Namen trägt dennoch eine Arbeit, und das hat einen Grund. Ohne Benennung wäre die Qualität dieser Arbeit nicht zu schützen, und ohne Schutz würde der Name in kurzer Zeit dasselbe Schicksal erleiden wie so viele Begriffe in dieser Branche: Er würde alles und nichts bedeuten. „Esokinetik“ ist eine eingetragene Marke. Nicht als Kennzeichen für eine Methode, sondern als Markierung einer Qualität, an der die Arbeit sich messen lassen will.

Woher das Wort kommt

Ursprung

Kinetik ist die Lehre von Bewegung und Kraftübertragung. Wer in der Rehabilitation oder im Krafttraining gearbeitet hat, kennt vielleicht die Isokinetik. Dort gilt eine einfache Regel. Je mehr Kraft Sie aufwenden, desto mehr Widerstand bekommen Sie zurück. Das ist für bestimmte Trainingsziele sinnvoll und bewährt.

In der Esokinetik ist es umgekehrt. Je weniger Kraft Sie aufwenden, desto weniger Widerstand erfahren Sie. Und damit wird etwas möglich, um das es in fast allen inneren Prozessen eigentlich geht, gleich welcher Schule, gleich welcher Tradition. Es wird möglich, loszulassen.

Mehr steckt zunächst nicht in dem Wort. Der Rest ist Arbeit.

Wie ich arbeite

Qualität

Wenn ich mit einem Menschen arbeite, arbeite ich nicht gegen sein System. Ich arbeite mit dem, was es ohnehin tun würde, wenn es nicht durch Störungen daran gehindert wäre. Das bedeutet praktisch, dass ich mit so wenig Kraft wie möglich arbeite. Nicht aus Zurückhaltung, sondern aus Notwendigkeit. Kraft erzeugt Gegenkraft. Was bleibt, wenn ich sie weglasse, ist Raum, in dem das eigentlich Nötige sich zeigen kann.

Das gilt an der Liege genauso wie im Gespräch, und es gilt auch, wenn ich aus der Ferne arbeite. Die Ebene, auf der das geschieht, kennt keinen Unterschied zwischen Nähe und Distanz. Was sie kennt, ist der Unterschied zwischen aufgewendeter und nicht aufgewendeter Kraft.

Was ein Klient dabei erlebt, ist meistens eine Ruhe, die sich einstellt, ohne dass er etwas dafür getan hat. Angst tritt zurück, oft ohne dass vorher über sie gesprochen wurde. Körperliche Spannungen lösen sich an Stellen, an denen man sie nicht erwartet hätte. Das ist das erste Zeichen, dass die Arbeit greift, und kein Nebeneffekt.

Wenn Arbeit in einem Material weiterwirkt

Der Unterschied

Das Prinzip, nach dem ich arbeite, lässt sich auch in Materialien speichern. Nicht als Information, die abgerufen wird, sondern als eine Art Feldzustand, der im Material erhalten bleibt und von dort aus weiterwirkt.

Wenn das geschieht, wird aus einer direkten Arbeit eine indirekte, die dennoch direkt bleibt. Der Mensch ist nicht mehr im Raum, aber das, was er dort einmal hergestellt hat, ist es. Auf diese Weise entstehen die sonaqi-Produkte. Sie sind nicht Ersatz für die Arbeit am Menschen, aber sie sind auch nicht nur Erinnerung an sie. Sie arbeiten selbst.

Wer diesen Weg kennenlernen möchte, findet unter sonaqi.com mehr dazu.