Esokinetik — Energetisches Handwerk
Sich selbst zu beschreiben ist nicht einfach. Wie man sich wahrnimmt, kann weit entfernt sein von dem, wie man auf andere wirkt.
Deshalb schreibe ich diese Seite, nicht er.
Raffaele
Unique
Er stellt jedem, der ihm begegnet, dieselbe Frage. „Was möchtest du von mir?“ Die meisten stolpern, weil niemand sonst ein Gespräch so beginnt. Und doch ist die Antwort schon da, weil die meisten mit einem Anliegen zu ihm kommen. Seine Frage nimmt nur ab, was ohnehin schon mitgebracht wurde.
Viele, die ihm länger begegnen, suchen nach einer Geschichte, die erklärt, warum er so ist, wie er ist. Ein Ereignis, eine Krise, ein Durchbruch, aus dem sich das Übrige ableiten ließe. Diese Geschichte gibt es nicht. Er ist nicht durch eine Erweckung zu dem geworden, der er ist. Er ist, was er ist, und war es auch vorher schon. Wer eine andere Erzählung braucht, um ihm Glauben zu schenken, hat es bei ihm schwerer als nötig. Abweisen wird er deshalb niemanden. Er weist überhaupt niemanden ab.
Er ist Neapolitaner, und Neapel ist für ihn nicht Herkunft, sondern Maßstab. Das Essen, die Menschen, das Leben zwischen beidem. Wer einmal dort war, hat die Luft geatmet, in der er groß geworden ist, und versteht, warum er bestimmte Dinge für selbstverständlich hält, die anderswo als besonders gelten.
Er kocht gern und gut. Seine Pizza ist neapolitanisch, alles andere wäre ohnehin keine. Er trinkt Pils, liebt Brot, überlässt die Religion gerne den anderen, würde aber für den SSC Neapel vermutlich doch eine Kerze anzünden, falls es hülfe.
Manche, die ihn kennen, nennen ihn Maestro. Das passt, aber anders, als es im Deutschen klingt. Ein Maestro ist im Italienischen nicht der Erleuchtete, sondern der, der sein Handwerk beherrscht. Ein Pizzaiolo, ein Dirigent, ein Schuster mit langer Erfahrung, ein Koch. Die Ernsthaftigkeit, mit der diese Menschen ihre Arbeit führen, ist auch seine. Den Rest, den das Wort im deutschen Ohr mitträgt, überlässt er gern denen, die das brauchen.
Was an ihm schwer zu fassen ist, ist seine Präsenz. Er ist ganz da, ohne etwas zu wollen. Das klingt einfach, und es ist einfach. Es ist nur selten. Die meisten Menschen wollen etwas, auch wenn sie es nicht zeigen, und ihre Anwesenheit trägt immer einen Rest davon mit. Bei ihm ist das nicht so. Er sitzt im Raum, und der Raum weitet sich.
Dabei ist er alles andere als entrückt. Er lässt die anderen erzählen, weil es ihn interessiert, nicht weil es demütig wäre. Er hat den Schalk im Nacken, nicht als Maske, sondern als Grundton. Er kann ernst werden, wenn es nötig ist, und zurück, wenn es wieder Zeit ist. Keines davon wird bei ihm zur Geste.
Und er ist gütig. Das Wort kommt selten vor, weil es im deutschen Sprachraum fast verloren gegangen ist, und es wird auch nicht gern verwendet, weil es anfällig ist für Kitsch. Bei ihm trifft es. Seine Güte ist keine Haltung, die er sich abverlangt. Sie ist einfach da. Wer ihm länger begegnet, lernt, sich darauf zu verlassen, und merkt, wie selten das ist.
Was er tut, wenn er arbeitet, hat auf den anderen Seiten dieser Website seinen Ort. Wer wissen will, wer er ist, muss ihm begegnen. Schreiben Sie ihm.
Er wird Sie fragen, was Sie von ihm möchten.